Wo Worte enden ... und Momente beginnen

“Denn es ist nicht das Wort das zählt. Es ist das Erlebnis, das Du machst. Das Gefühl, das Dich durchflutet. Die Wahrnehmung des Moments. Wo Worte enden fängt Leben im Moment an.” (happy moksana)


Die Begegnung mit Dr. Kamaraj ließ mich unbewusst erkennen, dass ich auf der Suche nach mehr war. Mein Plan war es, in den Norden zu gehen. Dort ein Teacher Training in Yogatherapie zu machen. Doch habe ich von meiner Veranda aus den Yogaunterricht von Kamaraj verfolgt. Meditation und Pranayama mitgemacht. Und währenddessen erlebt, wie energetisch der Unterricht ist. In mir wuchs der Wunsch, mehr zu lernen. Mehr zu erfahren, was Yoga noch alles mit sich bringt. Zu erleben, was ich bisher vielleicht nur gelesen habe. Und so, diesen Wunsch unausgesprochen und zu diesem Zeitpunkt eher unbewusst gespürt, flatterte das Angebot von Dr. Kamaraj zu mir, dass ich mit ihm zusammen auf’s Land kommen kann, umso therapeutische und yogische Aspekte zu erlernen. Ich stand also vor der Entscheidung: halte ich an meinem Plan fest und gehe in den Norden oder springe ich in das Unbekannte und folge dem Lehrer?

Ich bin gesprungen - und nun seit sieben Wochen bei der Familie von Kamaraj in Thatrahalli gewesen. Hier durfte ich indisches Leben, Yoga und therapeutische Anwendungen mitten auf dem Land in Tamil Nadu erleben. Es war reine Weite für das Auge und für die Seele. Und was kann ich sagen: es ist der Flow, dem es zu folgen gilt :) Ich konnte erkennen, wie sich nun alles zusammen fügt. Wie sich das bisher erfahrene und erlernte in eine tiefere Praxis ummünzen lässt. Wie feinfühlig die Arbeit mit Menschen ist. Was in mir steckt. Was es bedeutet, im Moment zu sein.



In dieser Zeit wurde ich in vielen Bereichen der indischen Kultur mit einbezogen.

Die erste Woche meiner Zeit hier stand ganz im Zeichen des Pongal-Festivals. Es ist eine Art Erntedank. Die Festlichkeiten ziehen sich über drei bis vier Tage hinweg. Das ganze Dorf hilft zusammen. Es gibt Spiele auf dem Hauptplatz, Verwandte werden besucht um auch dort verschiedene Spiele zu spielen. Alles begleitet von sehr gutem südindischen Essen, serviert auf Bananenblättern.

Klassische religiöse Zeremonien werden im Dorftempel abgehalten. Rauch, Mantra-Gesang, Erntedank-Schalen. Eine Frau, die sich wild im Kreis dreht, auf und ab bewegt. Kerzen. Licht.

Auf dem Hauptplatz dröhnt unter tags Musik aus den Boxen. Alles trifft sich hier. Verbringt den Tag bei Spielen im Freien. Staub wirbelt auf. Kinderstimmen wild durcheinander. Laute Rufe von Frauen und Männer zum Anfeuern der Spielenden.

Es wird früh aufgestanden. Süßer Pongal auf dem Hauptplatz zubereitet. In die bloßen Handflächen verteilt.

Zum Abschluss des Festivals wird ein Tanzwettbewerb bis spät in die Nacht veranstaltet. Tanzen mit ganzem Herzen und freudigem Lachen.


MESSAGE_LEARNEDFIVE:

Grenzen sind Konstrukte Deiner Gedanken. Der Begriff Mein und Dein ein Begriff der modern gewordenen Welt. Das Natürliche kennt keine Grenzen. Jeder ist willkommen. Von Herzen eingeladen. Eine große Familie. Deins ist Meins und Meins ist Deins. In Dankbarkeit zur Natur leben. Von ihr kommen wir, in ihr leben wir und zu ihr werden wir. Die Schönheit steckt in ihr und in Dir sowie in jedem Lebewesen, dass Dir begegnet.


In dem Dorf gibt es keine Barrieren. Die Kinder, die draußen auf den Straßen spielen werden von jedem behütet. Sie können in jedes Haus hinein spazieren. Machen wir Europäer einen Spaziergang durchs Dorf, werden wir ins Haus oder auf den Hof geladen, um dort den hauseigenen süßen Pongal zu kosten.

Eine außerordentliche Gastfreundlichkeit erlebt man, wenn man zu sogenannten Functions geht. Eine Function bezeichnet man z.B. ein Hochzeitsabend oder eine Zeremonie, um eine Frau im siebten Schwangerschaftsmonat zu ehren. Man wünscht ihnen alles Gute, unterhält sich ein wenig und bekommt dann reichlich aufgetischt. Im Vorhof sind Tische aufgestellt, viele Stühle mit wartenden Menschen - und wenn man an der Reihe ist, setzt man sich an den Tisch, bekommt ein Bananenblatt vor sich gelegt und bekommt eine Menge von indischen Leckereien serviert.

Ansonsten sind die Tage hier von Yoga, Meditation und verschiedenen therapeutischen Anwendungen bekommen und erlernen geprägt. Das alles findet zu Hause von Kamaraj oder auf seiner Farm statt. Für die Farm wird es einen weiteren, gesonderten Blogeintrag geben, um euch genauer zu erklären, was hier dahinter steckt :)


Ansonsten durfte ich die nächsten Wochen hier sehr viel erlernen. Kamaraj lehrt mir die Essenz von Yoga. Was dahinter steckt. Ein ganzheitlicher Ansatz von Yoga und Naturheilkunde in Einem werden vermittelt. Es kommen immer wieder neue Leute. Freunde und Verwandte, indisch sowie europäisch. Das Haus ist selten leer. Es werden Zimmer geteilt, mal sind sie proppe voll, mal etwas lockerer befüllt. Es wird zusammen die Gegend erkundet. Es werden Erfahrungen ausgetauscht, gelacht, geweint, zusammen sein. Amma (tamil für Mama) bekocht alle, immer in der Angst, das Essen könnte nicht reichen (was definitiv nie der Fall war). Es ist eine große Familie, in die man aufgenommen wird und wie selbstverständlich eintauchen kann.

Besuche auf dem Wochenmarkt werden zusammen erledigt. Ein Versuch gab es, in ein indisches Kino zu gehen - allerdings waren die gut 2000 Sitz- sowie 1000 Stehplätze bereits ausverkauft. Ganz normal, wenn ein neuer Film mit DEM indischen Superstar in die Kinos kommt!


Und so vergehen die Wochen wie im Fluge. Doch eines, was ich sicher weiß und was ich hier erfahren durfte: Herzensgüte wird hier gelebt. Es wird auf eine natürliche Art und Weise Dir entgegen gebracht. Ein unglaublicher Ort also, um sich auf die Spur seiner Herzenswünsche zu begeben - was mir alles begegnet ist, lest ihr in den nächsten Einträgen :)


Denn: lebe Dein Leben! Sei neugierig und starte Deine Entdeckungsreise!

Deine happy moksana

Folge mir

  • Facebook Social Icon
  • Instagram

​© 2020 by moksana