Von Poojas, Tempeln und den Yogis - kraftvolle Bündel

Es ist dunkel. Weiße leuchtende Punkte auf schwarzem Hintergrund - Sterne, die funkeln. Eine leichte Brise von Wind streichelt Deine Haut. Die Palmen bewegen sich sachte im Rhythmus des Windes mit und geben so ein Rauschen von sich, das an Dein Ohr dringt. Und da, ganz nah, ein großer rötlich leuchtender Ball am Himmel: der Vollmond. Etwas magisches strahlt er aus. Ruhe. Energetisch.


Diese Nacht wird genutzt und es wird eine Pooja (https://en.m.wikipedia.org/wiki/Puja_(Hinduism)) bei Vollmond zelebriert. Kerzen, Räucherstäbchen, Blumen, Kokosnüsse, Wasser begleitet von dem rezitieren der Mantras. Die Pooja wird auf Kamaraj’s Farm gehalten, im Hauptbereich des entstehenden Yoga und Naturheilkunde Centre (YogiVanam). Es ist beeindruckend, welche Kraft Sami in seinen Ritualen ausstrahlt und uns spüren lässt. Alles ist ruhig. Alles ist eins. Vergessen sind Zeit und Ort.



Ebenso ist die Zeit auf unserer darauffolgender Tempeltour vergessen. Wir machen uns zu dritt auf - Kamaraj, Guru-Sami und ich mit guten 1000 km und eine Reieh von Tempeln vor uns. Sich in Balance zu bringen. Sich dem Moment hingeben im Tempel zu meditieren. Den Poojas zu folgen. Das ist es, was wir für die nächsten fünf Tage hauptsächlich machen.

Knapp die Hälfte der von uns besuchten Tempel, bilden die Tempel der neun Planeten: Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu, Ketu. Hier wird eine starke Verknüpfung zur vedischen Lebensweise zum Verständnis der Wirkungskräfte der Planeten gemacht, die im Hinduismus sowie im Yoga als die eigentlichen Akteure der Kräfte gesehen werden (siehe: www.jyotish.de/indexplaneten.htm). Es sind weitere kraftvolle Tempel dabei, unter anderem einer der wichtigsten von 108 Vishnu Tempeln, Sri Ranganatha Swamy Tempel. Ebenso bedeutende Shiva Tempel wie Tiruvanaikovil Arulmigu Jambukeswarar Akhilandeswari, der 1000-Jahre alte Thillai Nataraja Temple und der als UNESCO Weltkulturerbe ernannte Brihadishvara Tempel. Und so bewegen wir uns von Ort zu Ort, von Tempel zu Tempel, von Freunden die uns unter bringen zu weiteren Freunden und Bekannten. Es sind intensive Tage. Tage, in denen ich weiter in die indische Kultur eintauchen darf. Natur und Mensch begegne.


Der Anfangsgedanke, sich selbst in Balance zu bringen, ist der gleiche Gedanke im eigentlichem Sinne von Yoga. Und doch ist die angenommene Idee, Yoga sei eine rein körperbezogene Übungsart, ein Irrglaube. Yoga ist nicht der Weg, sich rein in den Körperhaltungen (Asanas) durch reine Kraft der Muskeln in Balance zu bringen. Yoga ist der Weg, der es uns ermöglicht uns den täglichen Aufgaben des Lebens ausbalanciert zu widmen. Es ist ein holistischer Weg, der Verhalten, Körper, Atmung und Geist ein einem System zusammenbringt. Um so bei uns Selbst zu sein und mit Hingabe das Leben zu leben. Zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Die innere, universelle Wahrheit erkennen. So ziehen sich häufig Yogis zurück in eine Einsiedelei im Wald oder im Gebirge. Kommen sie zurück in die Zivilisation, können sie einem Segen und so einen Einblick in die erfahrene Wahrheit geben. Ihre Erleuchtung teilen. So hatten wir das unglaubliche Glück während unseres Tempeltrip, einen erleuchteten Yogi zu begegnen. Er ist vor kurzem aus seiner Einsiedelei zurück gekommen. Er spricht kein Wort. Entscheidet er, Dir einen Segen zu geben, schaut er Dir tief in die Augen. Nicht jedem erteilt er das Geschenk. Er wählt die Leute aus. Und so haben wir den Yogi auf der Straße erblickt. Wir sind in seiner Nähe stehen geblieben. Haben abgewartet bis er seine Essensspende verspeist hat. Um ihn herum eine kleine Gruppe von Menschen, die sich vor ihm verbeugen und um seinen Segen bitten - er ignoriert sie. Und zieht weiter, aber nicht bevor er uns ein Zeichen gegeben hat, ihm zu folgen. Langsam gehen wir ihm hinterher. Er bleibt stehen - und schaut einem tief in die Augen. Was man erfährt ist unbeschreiblich. Ich habe noch nie vorher so empfunden, wie ich es bei diesem Blick getan habe. Es ist mit Worten nicht auszudrücken. Ich zeige ihm mein Dank und erhalte einen weiteren Blick. Erneut dieses unbeschreibliche Gefühl. Er zieht weiter. Wir steigen ins Auto. Ruhe. Jeder in seiner Erfahrung. Dankbarkeit. Glückseligkeit. Was für eine glückliche Begegnung.

Sie

Eine weitere Begegnung mit einer als erleuchteten bezeichneten Yogini kreuzte ein paar Tage später unseren Weg. Sie ist zu uns nach Hause gekommen. Doch wann sie kommt, wie lange sie bleibt, was sie tut - das alles entscheidet sich spontan bzw besser gesagt im Flow des Daseins. Sie selbst redet. Macht Scherze. Schaut man ihr in die Augen erkennt man auch hier dieses tiefe Wissen. Eine Aura umgibt sie. Diese Erfahrung war ganz eigen auf ihre Art. In ihrem Tempo.


Alles in allem, die Tempelwoche, die begegnung mit der Yogis und die erlebten Poojas hinterlassen eine tiefe Ruhe und Klarheit. Lassen mich meine Erfahrungen verinnerlichen. Lassen mich aufleben. Voller Energie sehen wir Mahashivratri entgegen - dem höchsten Feiertag von Shiva. Ein Hochtag im hinduistischen und yogischen Dasein. Eine Nacht ohne Schlaf, ein Wachseinszyklus von über 30 Stunden und ein Gefühl von Trunkenheit vor dem doch letztendlichen ins zu Bett gehen? Eine interessante Lebenserfahrung :)


Denn: lebe Dein Leben! Sei neugierig und starte Deine Entdeckungsreise!

Deine happy moksana

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